In den USA

Hallo zusammen!

Ich bin mittlerweile gut und wohlbehalten in meiner neuen Bleibe für das kommende Jahr angekommen. Da WordPress mir pro Blog nur eine begrenzte Menge an Speicherkapazität kostenfrei zur Verfügung stellt, habe ich mich dazu entschieden, für die USA einen neuen Blog zu erstellen, der in Anlehnung an meine Zeit in Israel nun nicht Annikameetsarak, sondern Annikameetsburger heißt. Wer möchte, sei herzlichst dazu eingeladen, diesen Blog zu verfolgen: Einfach auf http://annikameetsburger.wordpress.com klicken und schon seid ihr da 🙂

Dieser Blog wird weiterhin aktiviert sein, nur liegt er im Moment erst einmal ein wenig still. Bitte entschuldigt die Unannehmlichkeiten – und ich würde mich freuen, wenn ihr auch trotz der neuen Adresse weiterhin dabei bleibt.

Liebe Grüße in die ganze Welt hinein!

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Walk off to look for America

Liebe Menschen,

die ihr euch absichtlich oder unabsichtlich auf diesen Blog verirrt habt: Schön, dass ihr vorbeischaut!

In weniger als zwölf Stunden beginnt ein neues großes Abenteuer in meinem Leben: Ich werde für ein akademisches Jahr im Bundesstaat Connecticut / USA studieren. Und da es am Montag bereits mit der Einführungswoche losgeht, werde ich mich sehr bald auf den Weg zum Flughafen machen (dieser liegt leider in Düsseldorf, doch der Direktflug aus der verbotenen Stadt war fast zweihundert Euro günstiger als von Köln aus – man frage sich nun, woran das liegt…). In den vergangenen Tagen habe ich mich von meiner Studentenheimat Freiburg verabschiedet, bin mit meinen ganzen Kisten (angeblich habe ich zu viele Bücher. Ich finde, ich habe höchstens zu wenig Schrank) zu meinen Eltern umgezogen und die letzten Besorgungen gemacht. Zwischen allem Umziehen, Kisten ein-, aus- und umpacken standen aber auch viele Abschiede an – einige erinnern sich noch gut daran, wie sie mich vor sechs Jahren bereits einmal für einen Auslandsaufenthalt in die USA verabschiedet haben, ich dann aber nach zwei Wochen wieder in Köln auf der Matte stand. Das sorgte nun selbstredend für den ein oder anderen Lacher… 🙂 Die letzten zwei Abende – gestern im Kreis meiner Freunde, heute mit der Familie – waren wirklich sehr schön: Es hat ich gefreut, so viele Menschen noch einmal zu sehen und zu drücken. Und ein besonderer Dank geht an den Teil der Familie, der mir heute Wohnung und Nerven zur Verfügung gestellt hat!

Hier eine kleine Fotodokumentation der “Abschieds-Woche”:

Bei Helene und Anne gab es am vergangenen Wochenende ein ausladendes "Wunschkonzert"-Menü, das ganz vorzüglich gemundet hat.

Bei Helene und Anna gab es am vergangenen Wochenende ein ausladendes “Wunschkonzert”-Menü, das ganz vorzüglich gemundet hat.

Beim Mexikaner haben sie in Lisa's Burger eine Amerika-Flagge hineingesteckt - deswegen war der doch wohl eher für mich bestimmt! :-)

Beim Mexikaner haben sie in Lisa’s Burger eine Amerika-Flagge hineingesteckt – deswegen war der doch wohl eher für mich bestimmt! 🙂

Und falls ich Kölle einmal vermissen sollte, gab es von meinen Schul-Mädels einen Kuschle-Dom. Eignet sich auch als Nackenkissen!

Und falls ich Kölle einmal vermissen sollte, gab es von meinen Schul-Mädels einen Kuschel-Dom. Eignet sich auch als Nackenkissen!

Meine Tante schreckte auch nicht vor der Zerstörung alter Schul-Atlanten zurück, um markierte Karten von Nordamerika zu verteilen - damit die Familie auch weiß, wo ich demnächst lebe.

Meine Tante schreckte selbst vor der Zerstörung alter Schul-Atlanten nicht zurück, um markierte Karten von Nordamerika zu verteilen – damit die Familie auch weiß, wo ich demnächst lebe.

Der Koffer ist gepackt, das Visum im Reisepass eingeklebt und ich hoffe, dass ich auch alle wichtigen Dokumente dabei habe. Nun also heißt es: Walk off to look for America!

P.S.: Wer auch künftig über meinen Aufenthalt in den USA auf dem Laufenden gehalten werde möchte, der tue dies am Besten unter Annika meets burger …

Milano, Mailand, Milàn – Hauptsache: bella italia!

Einer von vielen Vorteilen eines Hobbys, das auf den Namen “Chorsingen” hört, ist zweifelsfrei jener der Konzertfahrten und Chorwochenenden. In diesem Jahr ging es über Christi Himmelfahrt nach Mailand: Mailand, die zweitgrößte Stadt Italiens, begrüßte uns tagsüber mit angenehmen Temperaturen und einer guten Mischung aus Kultur, Freizeit und hervorragendem italienischen Essen. Neben einem Konzert in der Kirche, in der Verdi sein Requiem uraufgeführt hat (übrigens vollkommen zu Recht, die Akustik war ein Traum), standen noch zwei Gottesdienste auf unserem Gesangsplan – es versprach also ein nicht zu anstrengendes Programm zu werden. Und so blieb genug Zeit, um die Stadt und ihre Kulturgüter zu erkunden.

Sant' Ambrogio, die vielleicht schönste Kirche Mailands.

Sant’ Ambrogio, die vielleicht schönste Kirche Mailands.

Der Mailänder Dom - leider mit Großbaustelle

Der Mailänder Dom – leider mit Großbaustelle

Das Erzbistum Mailand ist das Einzige, in dem die katholische Liturgie noch im Mailänder oder auch ambrosianischen Ritus zelebriert wird - wir kamen zwei mal in den Genuss, diese mitzufeiern. Ein tolles Erlebnis!

Das Erzbistum Mailand ist das Einzige, in dem die katholische Liturgie noch im Mailänder oder auch ambrosianischen Ritus zelebriert wird – wir kamen zwei mal in den Genuss, diese mitzufeiern. Ein tolles Erlebnis!

Blick auf die Fassade

Blick auf die Fassade

Das Hauptportal

Das Hauptportal

Vom Dach hinunter geguckt

Vom Dach hinunter geguckt

Auch ein Besuch in der Scala stand auf dem Plan - allerdings zu nachmittäglicher Besichtigungsstunde.

Auch ein Besuch in der Scala stand auf dem Plan – allerdings zu nachmittäglicher Besichtigungsstunde.

Irre!! Irgendwann will ich da auch mal eine Oper anhören

Lustige Chortruppe im Kaufrausch einer Galerie: Gucci, Prada oder doch lieber Armani?

Lustige Chortruppe im Kaufrausch einer Galerie: Gucci, Prada oder doch lieber Armani?

Ja, also zum Shoppen ist Mailand natürlich ein Traum – wenn man über das nötige Kleingeld verfügt. Das fehlt mir als Studentin allerdings. Deswegen konnte ich mir nur einen Hut leisten (habe ich schon erwähnt, dass ich für ein Revival des Huts stimme? Liebe Damen (und auch Herren!): Warum tragen wir so selten Hüte?) und habe mein Geld in Campari investiert. Letzterer wurde nämlich in Mailand erfunden. Es wäre ja eine Schande, hätte ich der Erfinder-Bar nicht Tribut gezollt!

Am Sonntag fuhren wir in ein kleines italienisches Dorf etwa eine halbe Stunde außerhalb von Mailand. Dort sangen wir die Sonntagsmesse, die erneut im ambrosianischen Ritus zelebriert wurde, und wurden anschließend von der Gemeinde auf das Pfarrfest eingeladen. Wer hier nun an fettige Pommer und Bier denkt, der hat weit gefehlt. Denn die Italiener schaffen es, stundenlang mit einer guten Portion Eleganz auf Bierbänken zu sitzen und gemeinsam vier Gänge zu verspeisen – über Antipasti, Rissotto, Fleisch und Kuchen war alles mit dabei. Der Liter Hauswein für 6 Euro, wir kehrten leicht beschwipst in unseren komfortablen Bistro-Bus zurück und schliefen erst einmal eine Runde… Die Rückfahrt führte uns in den tiefsten Stau, eine gefühlte kleine Ewigkeit dauerte die Fahrt in die Studentenheimat, die wir erst in der Nacht erreichten. Und so wurde kurzerhand beschlossen, die Wartestunden vor dem Gotthardt-Tunnel zu umgehen und über den San Bernardino-Pass zu fahren. Ob uns das eine zeitliche Ersparnis gebracht hat, sei einmal dahingestellt (auf unsere Idee waren der ein oder andere PKW- und Busfahrer auch schon gekommen), aber alleine für die Aussicht hat sich die Umgehung mehr als nur gelohnt:   (Foto: http://www.bikecam.ch/paesse/fotos/SanBernardino_05.JPG) Kurz vor Freiburg dann ging der Domkapellmeister an das Mikrofon im Bus und bedankte sich für die schöne Fahrt – und verabschiedete mich aus dem Chor, der mir nach 13 Jahren bei der Kölner Dommusik ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt während meiner Freiburger Studienzeit geworden ist. Ja, es war mein letztes Singen mit der Freiburger Domkapelle. Mailand als Abschluss meiner fünfjährigen Mitgliedschaft bei der Freiburger Dommusik zu wählen, fand ich schön. Und so sehr ich mich auch auf die USA freue, ein kleines bisschen wehmütig bin ich schon geworden als es hieß, erneut “Lebewohl” sagen zu müssen. So sehr ich es genieße, dass mir so viele Türen offen stehen, dass ich so viel reisen und so vieles erleben darf, man darf diesen einen Aspekt in seiner Schwere nicht unterschätzen: An jedem Ort, den ich kennenlerne, bleibt auch ein Teil des Herzens hängen…

Vom 5. Schotten und anderen Begebenheiten

Liebe Menschen,

die vergangenen Wochen waren ereignisreich: Nach einem Konzertwochenende in Mailand (Eintrag folgt!) ging es am Donnerstag vor Pfingsten erneut ins geliebte Israel. Dieses Mal mit im Gepäck: Mein Vater. Während seines ersten Besuchs im Heiligen Land machte ich ihn mit dem See Genezareth, Städten wie Akko sowie dem Toten Meer vertraut und verbrachten einige Tage in Jerusalem. Hier hatte ich endlich auch einmal die Gelegenheit, Pfingsten auf dem Zion zu feiern: Es war ein an Musik und neuen Eindrücken reiches Fest, das geprägt von arabischem Gesang, babylonischem Sprachengewirr sowie herabregnenden Blütenblättern war. Das Land mit Besuch zu bereisen, zeigt gleich mehreres – zum einen natürlich führt es mir selbst vor Augen, wie gut ich mich dort mittlerweile selbst auskenne (ich würde sogar behaupten, besser als in vielen Regionen Deutschlands), aber zum anderen – und das ist der schwerwiegendere Aspekt – hat mir diese Reise aufgewiesen, wie überfordernd die Region sein kann, in der ich mich so selbstsicher bewege. Für Außenstehende gibt es tausende Regeln zu beachten, exotische Gerüche und Gerichte können die Sinne vernebeln und die Klänge von Muezzin, Geschrei, Sirenen und jüdischer Tanzmusik, die sich oft zu einem undurchschaubaren Netz verdichten, verführen dazu die Orientierung zu verlieren. Ich hatte vergessen, wie überfordernd insbesondere Jerusalem sein kann – nicht wegen der kleinen Altstadtstraßen oder der aufdringlichen Händler, sondern wegen der vielen kleinen Dinge, an die ich mich im Laufe der Zeit gewöhnt habe – die 18jährigen mit ihren MPs, die Sicherheitskontrollen in der Stadt, die in den verschiedenen Vierteln aufeinanderprallenden Kulturen und Mentalitäten, uvm. Und nachdem ich meinen Vater wieder ins Flugzeug gesetzt hatte, kam auch schon die nächste Gruppe, bestehend aus neun Sängerinnen der Kantorenschola am Freiburger Münster, in Tel Aviv an. Mit ihnen machte ich ein ähnliches Programm und durfte erneut die Überforderung und zugleich das große Hingezogen-Sein zu diesem Land erleben. Es hat jedenfalls viel Spaß gemacht, durch “meine Stadt” zu führen und andere Menschen für das Land zu begeistern.

Ein trauriges Zwischenkapitel gab es aber dennoch: Vor zwei Wochen verstarb in der Nacht von Freitag auf Samstag Pater Hieronymus OSB. Er war mit seinen 93 Jahren der älteste Mitbruder in der Gemeinschaft von Jerusalem und Tabgha und hat eine Lebensgeschichte hinter sich, die eigentlich aufgeschrieben werden müsste: Schon in den 30er Jahren kam er ins Land – lange, bevor es den Staat Israel überhaupt gab, er hat die ganze Geschichte, die stattgefunden hat, miterlebt. Im 76. Jahr nach seiner Profess durfte er zu unserem Schöpfer heimkehren. Die benediktinische Beerdigungsliturgie hat mich emotional tief berührt. Wenn man in einer solchen Gemeinschaft sein irdisches Leben beenden darf, dann ist es meines Erachtens Grund zu tiefster Dankbarkeit.

Und an Fronleichnam neigte sich meine Zeit auf dem Zion auch schon wieder ihrem Ende entgegen, der nächste Aufenthalt ist erst in der Weihnachtszeit geplant. Wie immer verließ ich mit einem sehr schweren Herzen die Dormitio, konnte aber einem anderen schönen Ereignis entgegenblicken: Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Theologischen Studienjahrs fand eine große Wochenendveranstaltung in Bonn statt: neben wissenschaftlichen Schwerpunkten und einem großen Festakt in der Bonner Universität bot sich auch genug Raum für die Begegnung. Es war toll mitzuerleben, wie einander fremde Menschen (obwohl ich zugeben muss, dass man einen Großteil ehemaliger Studienjahrs-Absolventen mittlerweile dann doch auch schon kennt) durch das Studienjahr miteinander verbunden werden. “Mein” 39. Studienjahr war bis auf vier KommilitonInnen vollständig anwesend – somit waren wir die zahlenmäßig stärkste Truppe und hatten unheimlich viel Spaß. Manche meiner Studienjährler hatte ich trotz diverser Nachtreffen seit April 2013 nicht mehr gesehen. Und dann das: Es hatte sich nichts verändert. Wir agieren als Gruppe immer noch so wie wir es acht Monate lang in Jerusalem getan haben. Als wäre kein Tag seit unserer Abreise vergangen… Welch wunderschönes Gefühl!!

Am Sonntag Mittag dann ging es zwecks Vorbereitung für die USA nach Berlin: Mein Visum musste beantragt werden. Dafür hatte ich einen Termin im Konsulat, wo mir gleich die typische amerikanische Klimaanlage negativ auffiel. Denn obwohl es draußen nicht sonderlich warm war, so war es drinnen kälter – zu kalt! Und so fror ich zwei Stunden lang wie der Klippdachs am Nordpol, bevor mich ein äußerst lustiger Amerikaner (nicht der, der alle zum “Schotte 5” bestellte, was sich herausstellte als american German und so viel wie “Schalter 5” heißen sollte) zum Abgeben meiner Fingerabdrück aufrief und mir versprach, dass ich mein Visum bekommen würde. Während der Wartezeit lernte ich allerhand junges Menschenvolk kennen. Viele AustauschschülerInnen warteten genau wie ich auf den Visums-Termin und erzählten frei heraus von allem, was sie bewegte. Ich musste schmunzeln, als ich feststellte, dass ich vor nicht einmal zehn Jahren genau so war… Bloß in einem nicht: Ein Mädel erzählte mir, dass sie in den USA nur wegen des Cheerleadings zur Schule gehen wolle. Das wiederum habe ich nie gemacht.

Nach einem erfolgreichen Termin konnte ich getrost den Rückflug nach Köln antreten, jedoch mit folgender Beobachtung: Die Berliner Innenstadt ist voll von Israelis! Und so nutzte ich die Chance und erklärte einer Gruppe im KaDeWe, die sich lautstark auf Hebräisch unterhielt: “Epho Sherutim?” den Weg zur Toilette – in äußerst gebrochenem Hebräisch, aber es hat geklappt und den Israelis viel Freude bereitet. Nach einem eintägigen Zwischenstop bei meiner Familie in Köln ging es gestern zurück nach Freiburg. Hier kann ich meinem Nomaden-Leben der vergangenen Wochen, so schön es auch war, eine kleine Pause zu gewähren und länger als zwei Nächte am Stück im selben Bett schlafen… Ende Juli stehen dann noch die letzten Prüfungen an und danach heißt es dann: Koffer packen, Wohnung ausräumen – neuer Lebensabschnitt, here I come!

Volontärsleben: Der ganz normale Alltag

Bevor ich zu meinen Nachtrag über einen Volontärs-Tag in der Dormitio komme, sei es mir erlaubt, noch kurz ein anderes Thema anzusprechen: Vorgestern Abend, kurz nachdem der Papst im Abendmahlssaal auf dem Zion einen Gottesdienst gefeiert hat, wurde in der Dormitio von einem Unbekannten ein Brandanschlag verübt. Gott sei Dank ist nur Sachschaden entstanden – das Feuer, ausgelöst durch ein angezündetes Gebetbuch, das hinter der Chororgel zündelte, wurde rechtzeitig entdeckt und gelöscht. Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn die Orgel Feuer gefangen hätte… Die Christen im Heiligen Land wurden in den vergangenen Monaten immer mehr mit Anfeindungen konfrontiert. Die große Mehrheit der Israelis verurteilt diese Anschläge, aber einige radikale Spinner gibt es nun einmal leider in jedem Land. Dieses Mal hat es die Benediktiner getroffen. Ich hoffe und bete, dass die Verantwortlichen bald gefunden werden und sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt – und dass alle Menschen, egal ob Jude, Moslem oder Christ, ob Israeli, Palästinenser oder Mensch einer anderen Nationalität, in dieser Region sicher leben können.

Die aktuelle Stellungnahme der Dormitio zu dem Brandanschlag findet sich hier. Auch die (internationale) Presse hat auf verschiedenen Medienplattformen von dem Vorfall berichtet.

“Erbittet für Jerusalem Frieden! Wer dich liebt, sei in dir geborgen. Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit. Wegen meiner Brüder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Frieden erflehen.” (Ps 122, 6-9)

– Ein Nachtrag –

Um 5:30 Uhr klingelt mein Wecker. Draußen ist es schon hell, die Vögel zwitschern. Ich ziehe den Vorhang vor und stecke meine Nase auf den Balkon: Der Himmel ist wolkenlos, ein frisches Lüftchen weht als letzte Nachwehe vom kühlen Jerusalemer Nachtwind – es scheint ein warmer Tag zu werden. Zwanzig Minuten später gehe ich durch den Garten zur Abtei. Die Straßenkatzen werden munter und genießen die Stunden, in denen sie nicht vor Touristen davonlaufen müssen. Ich grüße Frieda, die Dormitio-Gartenkatze und sie schnurrt mir ein erwiderndes “Guten Morgen” zu. Die Tür zur Abtei quietscht und fällt dann schwer ins Schloss.

Bald werden sich hier die Touristenhorden tummeln.

Bald werden sich hier die Touristenhorden tummeln.

Herr, öffne meine Lippen, sind die ersten Worte, die ich an diesem Morgen von mir gebe. Etwa 40 Minuten dauert die Laudes, die die Mönche im Chorraum der Dormitio beten. Danach gehe ich wieder rüber ins Beit Josef, hole mir eine Tasse Kaffee und halte einen kurzen Plausch mit den Mitarbeitern in der Küche – meist riecht es schon gut nach Knoblauch und einem frischen Kuchen… Eine halbe Stunde später, also um 7:15 Uhr, ist Konventsmesse. Um acht Uhr ist die erste Tempel-Einheit des Tages vorbei und es geht zum Frühstück. Eine Dreiviertelstunde später ist Arbeitsbeginn: Mit Milchtüten, Orangen und frischem Kuchen beladen ziehen wir Volontäre gen Dormitio und öffnen die Cafeteria.

Morgens um 9 Uhr ist es noch still in der Cafeteria.

Morgens um 9 Uhr ist es noch still in der Cafeteria.

Die ersten Touristen sind meist Italiener: “Café!” tönt es da von allen Seiten – und die Espressomaschine dampft. Denn der Italiener, soviel habe ich mittlerweile verstanden, meint mit “Café” immer einen Espresso – kommt nicht auf die Idee, ihm einen schwarzen Kaffee zu servieren! Nach meinen ersten italienischen Sprechversuchen (ich habe schon Komplimente für mein gutes Italienisch bekommen – es ist auch faszinierend: ich kann bis zehn zählen, einen Espresso Macchiato von einem Café unterscheiden und so etwas wie “Ihr Café steht hier bereit” sagen) kann ich mich gleich daran machen, mein Russisch etwas aufzufrischen…

Und wo wir schon bei den länderspezifischen Touristen sind, da gibt es doch Kategorien, die sich auftun:

– der Russe: Er spricht kein Wort Englisch und geht davon aus, dass Russisch Weltsprache ist, stürmt hinein. Alle stehen nebeneinander, alle bestellen gleichzeitig – aber die Bezahlung bitte nur in Dollar, lieber aber noch in russischem Rubel (wie, den nehmen sie hier nicht?!) – und trinkt so putzige Sachen wie “schwarzer Kaffee mit einem Löffel Kakao”.

– der Engländer: Ist neben dem Kanadier der vermutlich höflichste Gast überhaupt, der dankbar dafür ist, dass man Englisch spricht und sich für alles mit “Thank you so much, my dear” bedankt. Und in den Tee kommt – wie könnte es anders sein – immer ein Schluck Milch dazu: Aber bitte warme Milch!

– der Italiener: Ist laut und hektisch, aber irgendwie auch entspannt, weil er nicht mehr und weniger als einen Espresso haben will. Der Italiener bezahlt grundsätzlich nur in Euro. Eine Espresso? Una sessanta! Eine weitere Eigenschaft: Italiener sind immer, wirklich immer, ausnahmslos hervorragend und geschmackvoll gekleidet – gleich welches Alter, Geschlecht und Körperbau. Achso: Und natürlich spricht der Italiener ausschließlich die Weltsprache Italienisch.

– der Ägypter: spricht nur ägyptisches Arabisch und trinkt sehr viel Wasser. Er kommt gerne einmal in die Cafeteria und schaut sich um, beschließt dann aber doch nichts zu kaufen. Weil er nicht weiß, wie viel er bezahlen soll, halte ich ihm den Taschenrechner immer unter die Nase. Dreht sich um und geht, freundlich winkend.

– der Deutsche: hach ja, der Deutsche… Es tut mir ja Leid, liebe Daheimgebliebenen, aber der Deutsche ist tatsächlich der klassische Tourist mit den kurzen Hosen, Tennissocken in den Sandalen und der Multifunktionskleidung. Zudem ist er sehr anstrengend: Ach, Sie sprechen Deutsch? Warum denn? Und dann geht ein persönlicher Fragensturm auf mich nieder, den ich mir angewöhnt habe nur noch mit: “Meine Großeltern kommen aus Deutschland” oder “Ich habe Deutsch in der Schule gelernt” zu beantworten (beides ist nicht gelogen!). Von Vorteil ist jedoch, dass der Deutsche sich äußerst gesittet anstellt und brav bestellt (zumeist einen Cappuccino).

– der Franzose: Hat ja den lustigsten Akzent, wenn er versucht Englisch zu sprechen. Für ihn müssen die Produkte Light sein. Was, im Eiskaffee ist Zucker? Und im Mars-Schokoriegel auch? Nein, nein. Dann doch lieber den frisch gepressten Orangensaft. Aber nur einen kleinen Becher. Man muss schließlich auf die Linie achten. Merci!

– der Israeli: Fragt als erstes, ob man Hebräisch spricht (was ich äußerst freundlich finde, wenn ich in Deutschland ins Café gehe, dann ist es doch eigentlich selbstverständlich, dass man mich dort versteht, wenn ich etwas sage. Ja gut, ich gebe zu, die tiefen Badener verstehe ich auch nicht, aber…). Seinen Cappuccino trinkt er ohne Milchschaum (Afuch) und im Pappbecher, dann ist er zumindest in Ansätzen koscher.

– der US-Amerikaner: Ist einfach ein sehr angenehmer und witziger Mensch. Und er sieht dem Deutschen, kleidungstechnisch, mitunter gar nicht mal so unähnlich. Er zahlt gerne in Dollar. Aber auch Schekel hat er mitunter parat – gleich wenn er mit den Münzen gar nicht zurecht kommt.

Und dann gibt es da noch generell das Toiletten-Phänomen: Während man in Cafeteria und Souvenirshop der Dormitio mit Euro, Schekel und US-Dollar zahlen kann, muss man für die Toilette im Untergeschoss drei Schekel parat haben. Minütlich also stürmen aufgeregte Menschen jedweder Herkunft hinein und wedeln mit einem Geldschein: Einmal wechseln, bitte! Es eilt!

Die Cafeteria-Mädels: Mara, Julia und ich.

Die Cafeteria-Mädels: Mara, Julia und ich.

Während der Mittagshore ist die Kirche für Touristen geschlossen (das finden einige gar nicht witzig: wie, da wird jetzt gebetet? Können die das nicht zu einer anderen Zeit machen?!). Im Kirchenraum wird es ruhig, von draußen dringen die Stimmen der Guides herein. Man lernt, sie zu überhören und wird still. Kurz bevor die Glocke läutet, bläst vor der Jeshiva nebenan jemand ins Schofarhorn: Eine Bar Mitzwa beginnt. Wir singen “Oh Gott, komm mir zu Hilfe”, und es wird laut. Mit Tanzmusik, Trommeln und Gesang zieht eine jüdische Schar über den Zionsberg. Wir versuchen die Andacht zu wahren und beten leise singend die Psalmen. Ab und an aber bricht eine Lachsalve durch – die Situation ist doch zu absurd.

Die Mittagspause geht amüsant weiter. In der Oase, dem Aufenthaltsraum für uns Volontäre, herrscht ein buntes Treiben aus israelischen, arabischen, eritreischen, deutschen usw. Mitarbeitern. Die Sprachen sind ebenso vielfältig wie die Menschen. Emil, arabischer Christ und Shopmanager, posaunt in selbsterlernten Deutsch Lebensweisheiten durch den Raum. Heute: Warum es schlecht ist, wenn junge Männer Karten spielen. Baruch, der jüdische Hausmeister, kommt mit einem Schalom herein und nimmt sich einen Pappbecher (koscher!) mit heißem Wasser und fragt die gute Seele Günther etwas auf hebräisch, der wiederum laut polternd im saarländischen Dialekt antwortet. Anne, die Studienjahrssekretärin, und ich bekommen einen Lachanfall, Emma aus der Celleratur setzt sich neben uns und fragt: “hey girls, what is so funny?” während uns gegenüber Kathy für die Rechte der Hauskatzen im Garten eintritt. Munter geht es weiter, die Leute kommen und gehen – diese Mittagessen sind immer herrlich.

Nach meiner Pause löse ich Mara in der Cafeteria ab, die natürlich just in dem Moment, als sie alleine hinter der Theke stand, eine riesige Gruppe zu bewältigen hatte. Wir stellen die These auf, dass die Gruppen das mit Absicht machen. Mara geht in die wohlverdiente Pause und ich freue mich, dass mich niemand auslacht, wenn ich erneut eine CD von Norah Jones laufen lasse, die leise im Hintergrund das Geschirrgeklapper begleitet. In der Cafeteria ist es ruhig. Ich nutze die Zeit, um den Getränkekühlschrank nachzufüllen. Einer unserer Mönche kommt herein und trinkt seinen Mittagskaffee an der Theke, die Zeit für ein kleines Schwätzchen ist da. Ich überlege, ob ich mir heute mal wieder einen der leckeren Kuchenvariationen gönnen soll, die mir verführerisch aus der Kühltheke entgegen lächeln.  Ich bleibe stark. Und entscheide mich stattdessen für den zweiten Eiskaffee des Tages – natürlich nur, um eine stete Qualitätskontrolle zu garantieren!

Mara kommt wieder, der Nachmittag plätschert so vor sich hin – heute ist nicht viel los. Mit “Schnick Schnack Schnuck”  erspielen wir, wer heute die Eiskaffeemaschine sauber machen muss, spielen eine Runde Galgenmännchen, ein paar Mönche kommen zu Besuch und trinken einen Eiskaffee, ich frage Mara hebräische Vokabeln ab – und plötzlich werden wir von zwei großen Gruppen überrannt. Mara steht an der Kasse und gibt mir die Bestellungen durch, ich lasse die Kaffeemaschinen dampfen: Innerhalb weniger Minuten geht Kaffee über Cappuccino, Latte Macchiato über Espresso und Americano über die Theke. Plötzlich ein aufleuchtendes Licht, eine der Kaffeemaschinen gibt – mal wieder –  den Geist auf, nun ist Improvisation gefragt. Wir bleiben freundlich, gleich wenn einige Gäste motzig werden. Das Geschirr stapelt sich, die Milch geht zu neige – und plötzlich ist die Gruppe auch schon wieder weg. Wir beseitigen das Chaos und stellen fest: Gleich ist Feierabend.

Wir bitten die noch übrigen Gäste – der Mann mit den langen Haaren, der täglich drei bis vier Weißbier (aufgewärmt aus der Mikrowelle!) konsumiert, sitzt immer noch auf dem Sofa und kuschelt mit seiner etwa 70×40 cm großen Christus-Ikone. Jerusalem-Syndrom vom Feinsten. Nach mehrfacher Aufforderung verlässt auch er den Raum. Tür zu, Musik ganz laut und das große Reinemachen beginnt – wir sind pünktlich fertig und können vor der Vesper noch einmal rüber ins Beit Josef.

Ich bin wieder frühzeitig in der Abtei und genieße die Minuten vor dem Gebet, in der es nach einem Tag mit Touristenströmen ruhig in der Kirche ist. Zeit, um still zu werden, um den Tag hinter sich zu lassen. Dann ziehen die Mönche ein, wir beten gemeinsam singend die Vesper.

Vor einigen Tagen waren Mara und ich auf dem Mahane Yehuda Markt und haben frisches Essen mitgebracht – heute wird Abendessen auf der Dachterrasse serviert, so haben wir es beschlossen. Wir nehmen uns Teller mit und setzen uns oben auf den Boden: Es gibt Pita, Grillkäse, Fisch, Humus, Auberginen-Creme, getrocknete Tomaten, Oliven… Und einen leckeren Wein aus den galiläischem Anbau.

Dachterrassen essen

Der Muezzin ruft zum Gebet, der Wind kommt auf – wir sitzen da, erzählen und lachen. Und manchmal werden wir ganz ruhig und genießen staunend die Stadt, an die wir alle unser Herz verloren haben.

Die Glocken rufen zur Komplet, in der Krypta beten wir mit den Benediktinern das Nachtgebet. Vor der Gedenkstätte Marias stelle ich eine Kerze für meine Lieben in Deutschland auf. Dann beschließe ich, heute kein Bier mehr mit den anderen Volontären zu trinken. Aber an dem kleinen Spaziergang durch die Stadt nehme ich gerne noch teil. Wir reden kaum, sondern schauen nur. Die touristenfreien Straßen sind spärlich beleuchtet – doch auch das ist “mein” Jerusalem: So unterschiedlich zu jeder Tageszeit, so laut und so leise, so hell und so dunkel, so freundlich und so feindlich. Mein letzter Gedanke, bevor ich ins Bett sinke, ist “Danke, lieber Gott, dass ich hier sein darf – und ich freue mich schon sehr auf den morgigen Tag!”

Ene Besuch im Zoo…

oh, oh, oh – nä, war is dat schön! So sang in Köln dereinst Hans Knipp.

Mein Volontariat in Jerusalem bescherte mir vor allem eines: Jerusalem, die heilige Stadt, noch einmal aus anderen Blickwinkeln kennenzulernen. Ein freier Tag bedeutete nicht wie zu Studienjahrszeiten das Aufarbeiten der Vorlesungsthemen, das Vorbereiten auf Prüfungen etc. – sondern einfach “frei” zu haben (wenngleich ich genügend Hausarbeiten schreiben musste, so dass sich auch hier die Freizeit in Grenzen hielt, aber ich will mal nicht so sein). Und so erfüllte ich mir einen Wunsch, den ich schon seit August 2012 hegte: Einen Besuch im biblischen Zoo.

Schon die Anreise zum Zoo war abenteuerlich: Mara und ich beschlossen, bis zur Central Bus Station zu Fuß zu laufen – das ist zwar durchaus ein Stück, aber das Wetter war schön und laut Internet sollte von dort aus ein Bus bis zum Zoo fahren. An der CBS angekommen, stellte sich heraus: Ne, den Bus gibt es gar nicht! Wir mussten bis zum Herzlberg fahren und erst dort gab es den gewünschten Bus. Also änderten wir unseren Plan, stiegen in die Straßenbahn und fuhren zur Endhaltestelle. Dort dauerte es auch nur gute 30 Minuten, bis endlich ein Bus kam, der zum Zoo fuhr – diese fahrplanlosen Momente liebe ich ja ganz besonders 🙂

Im Zoo selbst wurden wir von den drei Weisen begrüßt.

Im Zoo selbst wurden wir von den drei Weisen begrüßt.

Nur gut zwei Stunden nach Aufbruch kamen wir also endlich an. Die lange Anreise hat sich aber gelohnt: Der Zoo ist wirklich sehr schön angelegt und zwischen den Tiergehegen sind große Wiesen, die zum picknicken einladen. Die Tiere, die in dem Zoo leben, sind allesamt schon in der Bibel erwähnt. Leider hatten sie den Walfisch des Jona nicht da. Dafür aber allerhand andere Tiere:

Schwer beeindruckt hat mich aber ein riesiges Gehege, in dem alle Savannen-Tiere, die keine natürlichen Fressfeinde sind, zusammenleben. So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen! Fasziniert stand ich fast eine halbe Stunde lang auf der Empore und sah zu, wie das Gnu neben dem Zebra trank und die Giraffe neugierig zuschaute, während der Vogelstrauß den Kopf in den Sand steckte  und das Nilpferd im Wasser chillte – ich hatte das Gefühl, irgendwo in Afrika auf einer Safari zu sein!

Der Tag endete, wie sollte es anders sein, typisch jerusalemerisch. Denn die Straßenbahn fuhr – wieder mal – nicht, es war – wieder mal – ein verdächtiges Objekt in der Bahn. Mara und ich beschlossen also, ein Stück zu Fuß zu gehen und dann irgendwann in die Straßenbahn einzusteigen. Blöderweise fuhr sie gar nicht mehr. Und von der Endhaltestelle am Herzlberg bis zum Rathaus auf der Jaffa sind es fast 7 km – das ist gemessen an der Tatsache, dass wir den ganzen Tag schon ziemlich viel durch die Hitze gelaufen sind, eine nicht unwesentliche Strecke. Die Dusche im Beit Josef jedenfalls haben wir abends dann äußerst dankbar in Anspruch genommen. Nä, wat wohr dat schön!

Update: Bald geht es in die USA!

Liebe Menschen,

der nächste große Auslandsaufenthalt nimmt konkrete Formen an: Ab Mitte August werde ich für ein akademisches Jahr an der Yale Divinity studieren. Ich freue mich unendlich, dass das geklappt hat!

Blick auf den Campus der Yale University.

Das bedeutet allerdings auch, dass meine letzten Wochen in Freiburg angebrochen sind. Es ist einerseits ein komisches Gefühl, dass die Freiburger Studienzeit bald vorbei sein wird, andererseits steht eine wahnsinnig spannende Zeit an: Der Flug ist bereits gebucht, der Visumsantrag läuft und heute habe ich auch die Zusage für ein WG-Zimmer bekommen.

Natürlich hätte auch die Möglichkeit bestanden, auf dem Campus zu wohnen – sicherlich wäre das eine gute Erfahrung gewesen. Für mich sprachen allerdings zwei Komponenten dagegen: 1. Ist es unvorstellbar teuer auf dem Campus zu leben – einzig, wenn man sich ein Zimmer teilt, wird es erträglicher. Allerdings fühle ich mich für solche Späße mittlerweile zu alt. 2. Möchte ich nicht in so einer Art Erasmus-Hochburg landen. Meine Intention ist es, Land und Leute und Kultur kennenzulernen und nicht mit externen Austauschstudenten eine Art Enklave zu eröffnen.

Nun also werde ich in einer netten Dreier-WG leben, die keine zehn Minuten vom Campus entfernt und zudem bezahlbar ist.

Mein neuer Wohnort ab August: New Haven.

New Haven, die Stadt, in der ich leben werde, liegt im Bundesstaat Connecticut und ist nur eine Zugstunde von Manhatten entfernt. Außerdem liegt es direkt am Meer – und da das raue Klima der Ostküste ja mein Nordsee-Herz höher schlagen lässt, werde ich mich dort sicherlich das ein oder andere Mal aufhalten.

Nun stehen noch einige Vorbereitungen an, doch die größten Schritte sind getan und die Vorfreude steigt von Tag zu Tag! Und eine kleine Geschichte möchte ich Euch auch nicht vorenthalten, denn es ist eine Geschichte, die mich sehr glücklich gemacht hat:

Während meines Volontariats in der Dormitio arbeitete ich eines Tages im Souvenir-Shop, als mich eine etwas ältere Dame ansprach und wir uns nett unterhielten. Es stellte sich heraus, dass sie eine Pilgerfahrt unternahm und aus den USA kommt – ich erzählte ihr dann von meinen Yale-Plänen und sie erzählte mir, dass sie nur 20 Minuten von New Haven entfernt wohne. Das war ein Zufall! Wir tauschten also E-Mail Adressen aus und sie schrieb mir schon kurze Zeit später eine sehr liebe Mail, dass ich mich mit allen Fragen und Problemen an sie wenden könne – gesagt getan: Mary Lee fuhr also am vergangenen Wochenende nach New Haven und schaute sich mein WG-Zimmer an (denn ich wollte natürlich wissen, ob das auch alles koscher ist) – und gab ein sehr positives Feedback. Ist das nicht unendlich lieb, dass eine Person, die man nur 10 Minuten “live” gesehen hat, solche Dinge tut? Ich kann mir also sicher sein, dass ich bereits jetzt eine Freundin in Connecticut habe.

Übrigens: Ich als passionierter Gilmore Girls-Fan freue mich natürlich besonders, dass ich an der Uni studieren werde, an der auch Rory studiert hat – und ich fühle mich aufgrund des Schauens der Serie auch schon bestens auf das Leben in Yale vorbereitet – z.B. weiß ich ja schon, wo es den besten Kaffee gibt… 🙂